Pleite gegen die Marktentwicklung: Warum die German Pellets Insolvenz das Vertrauen in Kamin- und Pelletöfen nicht erschüttern darf!

German pellets Insolvenz
© 2024, Feuerdepot

Der Wirtschaftsteil der deutschen Zeitungen wird aktuell von der Insolvenz der „German Pellets“ geprägt. Die German Pellets GmbH ist der, nach eigenen Angaben, weltweit größte Produzent und Händler von Holzpellets als Brennmaterial für Pelletöfen. Das deutsche Unternehmen wurde 2005 in Wismar gegründet und hatte laut Wikipedia im August 2013 eine Produktionskapazität von rund 2,2 Mio. Tonnen Pellets pro Jahr. Der Insolvenzantrag wurde am 07. Februar 2016 gestellt, unmittelbar nachdem eine Gläubigerversammlung kurzfristig abgesagt wurde. Inzwischen wurde ebenfalls bekannt, dass bei der Staatsanwaltschaft Rostock erste Anzeigen wegen Betruges von Privatanlegern eingingen.

Die Entwicklung auf dem Pelletmarkt

Kamin- und Pelletöfen sind besonders umweltfreundliche, gesunde und sparsame Heizsysteme. Entsprechend werden insbesondere auch wasserführende Pelletöfen durch die Bundesregierung gefördert. Der Markt für regenerative Energien nimmt grundsätzlich einen überaus positiven Verlauf. So titelte „Die Welt“ bereits 2014, dass die Deutschen den Markt für Brennholz leer kaufen und begründet dies mit der zunehmenden Nachfrage nach Kaminöfen. Der deutsche „Holzpapst“ Udo Mantau, Professor am Zentrum Holzwirtschaft der Uni Hamburg, wird mit folgenden Worten zitiert: „Der Scheitholzumsatz der privaten Haushalte ist in den vergangenen zehn Jahren um jährlich rund 100 Millionen Euro gestiegen.“ Begründet wird die zunehmende Zahl von Kamin- und Pelletöfen zum einen mit einem erhöhten Wohnwert, welcher durch ein romantisches Flammenspiel generiert wird. Zum anderen werden aber auch knallharte betriebswirtschaftliche Fakten ins Rennen geworfen: Zwar ist aktuell der Ölpreis vergleichsweise niedrig, es ist den Verbrauchern aber durchaus bewusst, dass eine kleine Änderung in den politischen Machtverhältnissen genügt, damit der Öl- oder Gaspreis durch eine künstliche Verknappung wieder explodiert. Holz verspricht hier Unabhängigkeit.

Ökologisches Bewusstsein und die seit dem zitierten Bericht aufgelegten Programme gegen den Klimawandel dürften die Nachfrage nach Brennholz und Pellets sowie nach Heizungssystemen auf Basis dieser regenerativen Energien nur noch weiter erhöhen. An dieser Stelle ist auch zu betonen, dass laut Branchenverband die Waldflächen und Kurzumtriebplantagen allein in Deutschland absolut ausreichen, um auch einen wachsenden Pelletbedarf aus heimischen Quellen sicher zu stellen.

Die Nachfrage nach Pelletöfen

Die Zahl der Pelletöfen ist in den letzten Jahren in Deutschland kontinuierlich gestiegen. Für das Jahr 2015 wurde ein Bestand von rund 400.000 Pelletheizungen in Deutschland prognostiziert und sollten erst die staatlichen Programme zur Förderung regenerativen Energien greifen, so ist für die kommenden Jahre ein weiterer Anstieg zu vermuten.

Dies liegt auch an der technischen Entwicklung der Pelletöfen. So gibt es inzwischen ausgesprochen leise Pelletöfen ohne Gebläse oder wasserführende Modelle, welche mehrere Räume beheizen können. Raumluftunabhängige Pelletöfen ziehen ihre Verbrennungsluft über gesonderte Stutzen aus der Außenluft, um die nahezu perfekte Isolierung von Niedrigenergie- oder Passivhäusern nicht zu gefährden. Pelletöfen sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch sauber und äußerst komfortabel. Viele Modelle wie der Pelletofen Oranier Sando 50 verfügen über eine integrierte Raumtemperatursteuerung und lassen sich bequem über eine Zeitschaltuhr programmieren.

Ursachen der German Pellets Insolvenz

Über die Ursachen der Insolvenz der German Pellets kann zum jetzigen Zeitpunkt letztendlich nur spekuliert werden. Es ist jedoch Fakt, dass sowohl die Nachfrage nach Scheitholz und Pellets, als auch nach Pelletöfen aus nachvollziehbar rationalen Gründen steigt und nicht zuletzt dank der Förderung durch die Bundesregierung aus klimapolitischen Gründen weiter steigen wird. Basis für Spekulationen sind jedoch sicherlich die bereits oben erwähnten Anzeigen wegen Betruges. German Pellets ist Teil eines weit verzweigten Geflechts aus weltweit knapp 30 Firmen und hat laut der Online-Präsenz von n-tv eine jahrelange Expansion maßgeblich mit Anleihen finanziert. German Pellets soll laut dem Nachrichtendienst bei Anlegern mit mehr als 220 Millionen EUR in der Schuld stehen. Grundsätzlich kann an dieser Stelle nur gemutmaßt werden, dass ein interessanter Wachstumsmarkt immer auch schwarze Schafe anzieht. Es bleibt zu hoffen, dass die Insolvenz keinen Schatten auf eine gesunde und ökologisch wertvolle Branche wirft.

Wir beraten Sie gerne, wie mit Kamin- und Pelletöfen ein ganzes Haus kostengünstig und umweltfreundlich geheizt werden kann. Darüber hinaus bieten wir eine breite Auswahl an Kamin- und Pelletöfen an und beantworten alle Fragen rund um das richtige Heizen. Wir stehen individuell und unverbindlich per E-mail, Telefon oder persönlich zur Verfügung.

Bild: © tchara – Fotolia.com ID: 61940894